Das große Nichts

Es war einmal ein großes Nichts. Da erschufen die Göttinnen und Götter ein Molekül. Sie tauften es Sonne und gaben ihm das erste Licht. So wurde es hell in diesem Nichts. Die Göttinnen und Götter formten ein weiteres Molekül. Lichtlos, rau und etwas kühler, doch genauso voller Pracht und Hingabe, versprachen sie diesem Molekül den Namen Mond. So waren es bereits zwei jener Formen inmitten des großen Nichts. Verspielt und entzückt formten die Kinder des Nichts viele weitere Moleküle. Eines nach dem anderen entsprang von Zeit zu Zeit, von Raum zu Raum, im großen Nichts. Viele begannen zu leuchten, andere waren stumm. Sie begannen zu tanzen, sich zu drehen, zu der leisen Symphonie des großen Nichts. Die Göttinnen und Götter freuten sich. Da formten sie zu jener Zeit ein weiteres Molekül. Es war blau, facettenreich und wunderschön. So schön, dass man ihm Leben schenkte. Sie tauften es nach dem größten Schatz, den diese Form besaß. Ein kostbarer Schatz im großen Nichts, ein kleines Molekül inmitten unzähliger Formen. Lasst uns dankbar sein für dieses Molekül, welches damals den Namen Erde bekam.

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